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Abwechslung im Canicross-Training

Wer keinem strengen Trainingsplan folgt und auch keine großen Wettkampfambitionen hat kann sich trainingstechnisch schnell im Alltagstrott wiederfinden. Da wird dann jede Woche die gleiche Hausrunde gelaufen, am Wochenende trifft man sich vielleicht mit Freunden zu einer anderen Runde, aber im Grunde ist es immer das gleiche Tempo, immer der gleiche Trott. Was für den Menschen sogar angenehm sein mag, um den Kopf frei zu bekommen und über nichts nachdenken zu müssen, kann beim Hund eine richtige Trainingsmüdigkeit auslösen. Die Motivation sinkt, die Arbeit wird schlechter und irgendwann wundert sich der Mensch, warum der Hund scheinbar keine Freude mehr am Ziehen hat (oder vielleicht hat er sie auch nie richtig gefunden). Wenn ein Hund nicht mehr ziehen möchte, kann das natürlich viele Ursachen haben, wie etwa Schmerzen, Krankheiten oder einer zu hohen Außentemperatur. Doch das soll heute nicht das Thema sein. Ich möchte euch zeigen, wie ihr Abwechslung in euer alltägliches Training bringt, um euch selbst und eurem Hund wieder mehr Motivation für das Training zu geben.


1.) Probiere etwas Neues! Monotonie tötet Kreativität und Motivation und ist auch für den Trainingseffekt nicht förderlich.

Was kann das sein? Eine neue Strecke, vielleicht auch mal mit ein wenig auf und ab. Oder laufe doch einmal deine Übliche Runde in der anderen Richtung - den leichten Zwangsneurotikern unter euch (wie mir) wird das schon sehr schwerfallen. Auch euer Hund findet darin eine neue Aufgabe und Herausforderung, er muss mit euch gemeinsam den Weg finden, vielleicht baut ihr auch noch ein wenig Kommandotraining ein und euer Begleiter wird am Ende wunderbar psychisch und physisch ausgelastet sein.

Habt ihr schon mal ein Intervalltraining versucht? Ich gebe euch ein kleines Beispiel: Nach dem Einlaufen und Aufwärmen macht ihr je 400m auf Zug, 400m im Freilauf und 200m gehen ("Pause"). Das wiederholt ihr viermal. Und damit kommen wir auch schon zu Punkt 2.


2.) Variiere das Tempo! Wir bewegen uns am liebsten in unserem Wohlfühltempo - das ist für die meisten ein mittleres Tempo, nicht zu langsam (also bin ich schnell wieder fertig), aber auch nicht so schnell, dass es "weh tut" (also mal richtig anstrengend wird). Für den Trainingseffekt wäre aber gerade das Training in allen Tempozonen sehr wichtig. Auch wenn ihr keine ambitionierten Wettkampfsportler seid, es ist doch trotzdem toll, wenn man für seine Hausrunde plötzlich ein paar Minuten weniger braucht...

Bonus für euren Hund: Sprinten macht Spaß! Dafür sind die meisten Hunde genetisch gemacht, zumindest einen kurzen Jagdsprint hinzulegen, sie jagen also mit euch gemeinsam und ihr seid hinten nicht so "schwer" ;).

Die Variation des Tempos innerhalb einer Trainingseinheit nennt man auch "Fahrtspiel". Da kann man mal kurze Sprints einbauen, längere langsame Stücke oder einfach mal für ein paar Minuten den Puls nach oben treiben. Hügeliges Gelände bietet sich dafür noch mehr an. Sprintet bergauf, geht gemütlich bergab und wählt dazwischen ein Tempo, dass euch Spaß macht. Es lebe die Lust am Laufen!


3.) Arbeiten an der Impulskontrolle: Der Hund soll doch ziehen- und jetzt erkläre ich euch, der Hund soll sich zurücknehmen und vielleicht auch noch bei Fuß gehen? Wer schonmal mit einem echten "Rennpferd" gelaufen ist, weiß, dass man bergab oder auch bei gefährlichen Wegstücken lieber nicht "auf Zug" sein möchte. Der Hund muss sich soweit zurücknehmen, dass der Mensch hinten keinen Schaden nimmt. Das kann ich auch als Übung zur Steigerung der Motivation nutzen (also just4fun). Auf das Kommando "Hinten" oder "bei Fuß" beispielsweise, muss sich der Hund kurz zurücknehmen und hinter oder neben euch gehen. Auf euer erlösendes "Go" darf er wieder nach vorne, auf Zug und am besten noch im Sprint Vollgas geben! Achtet bei dieser Übung auf euer Leinenhandling, damit der Hund nicht in die Leine springt, sondern ihr die gespannte Leine langsam auslasst. Meine beiden lieben diese Übung auf Singletrails und wir nützen sie auch im Freilauf immer wieder um sie zu perfektionieren.


4.) Geh alleine laufen! Ich persönlich gehe sehr gerne alleine laufen, da ich dabei meine Ruhe habe. Ich verstehe aber diejenigen sehr gut, die lieber in der Gruppe laufen und sich sonst schwer motivieren können. Leider kenne ich sehr viele Canicross Sportler, die nie alleine mit ihren Hunden laufen gehen, da diese dann "nicht richtig ziehen". Nicht jeder Hund ist zum Single-Leader (also zum alleine-vorne-Läufer) geboren, aber viel mehr Hunden wurde die Aufgabe auch einfach nicht richtig beigebracht. Ich möchte, dass meine Hunde arbeiten, weil sie Freude daran haben und wir etwas im Team machen - Zeit zu zweit. Viele Hunde sind nur durch die Gruppe motiviert, können nach dem Überholen auch nicht weiterlaufen, wollen lieber umdrehen oder hören zumindest auf zu ziehen.

Nehmt euch euren besten Freund, geht mit ihm Laufen und vermittelt ihm eure Freude an der Bewegung. Lasst euch von seiner Freude anstecken. Nehmt euch Zeit, ihm die Aufgabe langsam und richtig beizubringen, wenn er sie noch nicht verstanden hat. Und vor allem - verlangt von eurem Hund nicht mehr, als er euch geben kann und ihr selbst bereit seid zu geben.


5.) Übungen einbauen: Hier sind sowohl die zwei- als auch die vierbeinigen Teampartner gemeint. Der Mensch kann und soll die Übungen des Lauf-ABC's in sein Training einbauen, für den Hund könnte man kleine Tricks einbauen. Vielleicht finden sich unterwegs ein paar Baumstämme, über die man balancieren kann. Oder man übt ein Stehen auf den Hinterpfoten um ein Leckerlie in den Ästen zu erreichen. Ideen und Übungen gibt es hier genug. Wenn dein Hund keine orthopädischen Probleme hat, kannst du dich hier austoben und kreativ sein, deine Laufstrecke bietet sicher eine Vielzahl an Möglichkeiten! Hunde mit Problemen sollten solche Übungen noch dringender durchführen, allerdings solltet ihr diese dann zuerst mit einem guten Physiotherapeuten besprechen und üben.


Ich wünsche euch viel Spaß beim Laufen, Trainieren und Ausprobieren und lasst mir doch gerne einen Kommentar mit euren Trainingsvarianten und Ideen da ;).

Trailsports?

Ein Trail ist ein schmaler Pfad, meistens in einem Wald oder in den Bergen. Dort kann man allerhand Dinge tun - laufen, biken, mit dem Hund spazieren oder gar mit dem Hund gemeinsam Sport betreiben - Zughundesport!

 

All diese Dinge liebe ich und würde am liebsten den ganzen Tag im Freien verbringen um dann nach Hause zu kommen und gemütlich auf der Couch zu kuscheln, mit meinen Hunden und einer heißen Tasse Kakao.

 

Wenn dich "the great Outdoors" genauso faszinieren wie mich, dann bist du hier genau richtig. "Adventure begins at the end of the roads you know".